Zwischen Freud und Leid

Von Farmer Fin|13. Mai 2017|Bauen, Entwickeln, Gewächshaus|0 Kommentare

Eine Zusammenfassung der ersten Aquaponik-Woche mit der Gartenanlage.

Kennt Ihr das Gefühl, wenn ihr ein lange angestrebtes Ziel erreicht? Wir haben so lange an der Gewächshausanlage und der Steuerung gearbeitet – und nun läuft sie einfach. Einfach so! Ohne Arbeitsaufwand, ohne Ruckeln und ohne Geräusche …

Dieser Zustand dauerte genau drei Tage. Und dann plötzlich: Ärger im Paradies!
Dank ThingSpeak wissen wir immer ziemlich genau, wie es unserer Gewächshausanlage geht. Und gestern Abend mussten wir feststellen: Nicht so richtig gut! Wir haben ziemlich viel Wasser verloren, so dass Farmer Fin nachsehen musste. Insgesamt waren in 48 Stunden über 300 Liter Wasser aus dem System verschwunden. Aber das war noch nicht das Schlimmste: Die Verteileranlage, die das Wasser aus dem Biofilter in die Growbeds bringt, funktionierte nicht mehr richtig. Von den 9 Zulaufhähnen waren 4 ausgefallen, die anderen tröpfelten nur noch. Abends war es dann zu spät, um Ursachenforschung zu betreiben, aber am Nachmittag des Folgetages hatte Farmer Fin die Verteilerleitung geöffnet, um die Kaldnes K1 Floatingkörper aus dem Biofilter in den Schläuchen zu finden. So ein Mist! Die Dinger haben eine Dichte, die nur sehr geringfügig über der des Wasser liegt, so dass sie nicht zuverlässig an der Wasseroberfläche schwimmen, sondern sowohl durch die Belüftung als auch durch die Pumpe ziemlich herumgewirbelt werden. Dabei hat die die Pumpe sie zu fassen bekommen und in die Schläuche gedrückt, so dass sie eine prima Verstopfung hervorgerufen haben. Als Interimslösung wurde ein provisorischer Vorfilter um die Pumpe gewickelt, die Schläuche wurden gespült und die Verteiler abgedrückt. So war erstmal alles wieder soweit gut. Aber wo ist das ganze Wasser geblieben? 300 Liter können ja nicht einfach so verschwinden! Darum wollten wir uns aber erst am nächsten Tag kümmern …

Was für ein Tag: Die Aquaponisten hatten den spontanen Auftritt des Frühlings genutzt und die Anlage nach einer Woche Vollbetrieb einem gründlichen Check unterzogen. Ein paar Sachen haben sich nicht bewehrt: Der Ansatz, zusätzlich zu dem Growbeds einen Biofilter zu installieren und Float-Körper zu nutzen, um Nitrobacter zu stimulieren, war einfach nur eine Katastrophe. Die Dinger sind einfach überall: Sie verstopfen die Pumpe und die Schläuche, laufen sogar zurück in den Fischtank, wo die Gefahr besteht, dass die Karpfen sie fressen… Mist! engineIngmar hatte versucht, alle rauszufischen, aber die Dinger werden uns sicher noch eine Weile quälen. Eine weitere Fehlentscheidung war das Einblasen von zusätzlicher Luft in den Fischtank. Das Geblubber nervt die Fische und bringt eigentlich nix. Naja, jetzt ist das Teil erst mal raus und blubbert weiter im Pumpensumpf. Die Probleme mit dem Verteiler haben sich erstmal gelöst – keine Ahnung wie, aber auf einmal lief es einfach wieder. Pflanzen sehen ganz gut aus. Nitrat ist inzwischen auf 25, Nitrit aber schön auf Null. pH liegt bei 6,8 eigentlich genau richtig. Das Wasser fühlt sich gut an und riecht auch gut. Was immer noch nicht klappen will, ist die Übermittlung der Sensorsignale von den Wärme-/Luftfeuchte-Sensoren aus dem Greenhouse und von draußen. Das Problem ist isoliert, DHT22_Sensoren wollen lieber 5V, wenn sie an längeren Kabeln hängen, aber die Lösung ist nicht so richtig einfach. engineIngmar war ziemlich genervt und wollte später einen neuen Ansatz versuchen. Quasi nebenbei hat FarmerFin mit der Hilfe von FarmerSenior und den FarmerGirls noch ein neues Hochbeet gebaut. Unten wurde der lehmige Aushub für den Fischtank eingefüllt, obendrauf Kompost und Muttererde. Urban Farming ist geil, aber auch anstrengend….

Aus der Aquaponikanlage sind über 300 Liter Wasser verschwunden! Um herauszufinden, wo das Leck (von außen war NICHTS zu sehen!!!) sich befindet, haben wir die Pumpe ausgemacht und auch kein Wasser mehr nachgefüllt. Das war ein Risiko, weil der Fischtank natürlich nicht unter einen gewissen Mindestpegel leer werden durfte. Aber wir hatten Glück: Unser letzter Schutzmechanismus für die Fische hat gewirkt. Wir haben die hydraulische Verbindung zwischen Fischtank und Pumpensumpf so gestaltet, dass bei etwa der Hälfte des Füllstandes die Verbindungsleitung trockenfällt. Der Pumpensumpf war gegen Abend vollständig leer, so dass das Leck hier verrotte werden konnte. Glück im Unglück: Den Fischen geht es gut, wir haben aufgefüllt und die Pumpe vorübergehend im IBC angeordnet. Ein neues, besseres Fass für den Pumpensumpf ist bestellt und wird am Wochenende eingebaut. O Mann, hätte alles deutlich besser laufen können, aber hey!: Was wäre so ein Projekt ohne Rückschläge? Richtig! Langweilig!

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