Rückblick und Ausblick für die Gewächshausanlage

Von Farmer Fin|8. Februar 2018|Bauen, Ernten, Gewächshaus|0 Kommentare

Nach der Ernte ist vor der Ernte und vorab: Richtige Aquaponisten sind NIE! zufrieden. Sie sind höchstens nicht unzufrieden – das beschreibt unseren Zustand ziemlich gut.

Wir haben ja immer wieder von den Zwischenschritten unseres ersten Jahres mit einer Anlage im Technikumsmaßstab berichtet. Daher soll hier nicht alles haarklein wiederholt werden, sondern eher eine Gesamtschau zur Steuerung, Ernte und Fischhaltung angestrebt werden.

EngineIngmar an der Scappi-Box im GartenSteuerung und Sensorik

Die Steuerung der Anlage erfolgte über den Raspberry Pi relativ problemlos. Jedoch funktionierte das Messkonzept aufgrund zu langer Messleitungen und Interferenzen nie problemfrei. Wir konnten zwar viele Sensorwerte über eine Anbindung an Thingspeak online auslesen, aber ein zentralisiertes Anlagenmanagement auf Basis eines Raspberry Pi hat sich nicht bewährt. Hier müssen wir umdenken. Dazu gibt es erste Ansätze, über die engineIngmar sich später noch auslassen wird.

Die Stromkosten sind ganz schön durch die Decke gegangen. Wir haben insgesamt über 150 € für Strom bezahlt. Das lag vor allem daran, dass wir eine ziemliche Monsterpumpe installiert hatten. Eine Makita-Tauchpumpe mit einer Leistung von 1 kW war einfach zu groß. Dazu kommt, dass der Strompreis im Kleingarten sehr hoch ist.

Hydraulik und Ernte

Wir wurden gelegentlich gefragt, was denn unser Fazit des ersten Jahres sei. Nun, es war ein tolles Jahr mit vielen Höhen und einigen Tiefen: Wir haben die Anlage im Garten zum Laufen bekommen, rein hydraulisch lief es wirklich super! Die Pflanzen sind wie verrückt gewachsen und haben reiche Ernte gebracht. Wir haben gelernt, dass die Bepflanzung deutlich geringer sein kann und sollte, damit alle Pflanzen genug Platz und Licht im Gewächshaus haben – an Wasser und Nährstoffen herrschte ja offensichtlich kein Mangel. Der IBC war die richtige Wahl, aber für eine Speisefischzucht sind 1.000 l viel zu wenig.

Erstbepflanzung im GewächshausFischhaltung und Temperaturen

Auf die harte Tour haben wir gelernt, dass die Sache mit der Fischhaltung nicht so einfach ist. Unsere Idee war ja, dass wir durch das Verwenden von Karpfen die Temperaturen in Deutschland besser berücksichtigen können, als mit den üblicherweise bei Aquaponikanlagen verwendeten Tilapia. Wir dachten, dass die Anlage ermöglichen würde, zweisommerige Karpfen bis zur Schlachtreife zu beherbergen. Dabei haben wir bereits zu Beginn die Besatzdichte falsch eingeschätzt. Wir mussten 12 von 20 Tieren nach den ersten zwei Wochen in einen Naturteich umsetzen. Im Betrieb zeigte sich dann, dass wir die Temperaturentwicklung im Fischtank unterschätzt haben. Die direkte Anbindung des Rücklaufs aus dem Gewächshaus in den Fischtank führte dazu, dass sich Wasser im Erdtank rasch auf über 30°C erwärmte. So folgten auch noch die restlichen Fische ihren Vorgängern in den Naturteich und wir beendeten die Fischhaltung.

So geht es weiter

Unsere Pläne für die nächste Saison werden wir noch im Einzelnen beschreiben. Hier nur die groben Eckpunkte: Es wird einen weiteren Wassertank und eine mehrstufige Wasseraufbereitung geben. Wir erhoffen uns davon eine gewisse Regelbarkeit der Temperatur im Fischtank. A propos: Wir werden wieder Fische halten, allerdings zunächst nicht zur Nahrungsproduktion, sondern vor allem zur Bereitstellung der notwendigen Nährstoffe. Dafür sollten ein paar Goldfische ausreichen, die auch besser sichtbar sind und sich gern an der Oberfläche des Fischtanks aufhalten. Um die Pflanzfläche zu erweitern, haben wir bereits konkrete Ansätze für eine vertikal-farming-Anlage und ein außerhalb des Gewächshauses stehendes Growbed.

Ihr seht, es gibt vor Beginn der neuen Saison wieder viel zu tun. Wir freuen uns und stürzen uns in die Arbeit, um unserem eigentlichen Ziel wieder ein paar Schritte näher zu kommen: Der Erzeugung nachhaltig produzierter Nahrung in urbanen Strukturen und der Fähigkeit zur Selbstversorgung!

Gesprühter Aquaponisten-Schriftzug

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