Aquaponik

Der Anbau von Gemüse und Blumen ohne Erde ist seit Jahrzehnten eine etablierte Gartenbautechnologie. Die Pflanzen wachsen in Substraten wie Steinwolle oder Blähton und werden mit Wasser versorgt, das Flüssigdünger enthält. Das ist der Grund dafür, dass man an Eisberg-Salat oder holländischen Tomaten nie Erdkrümel findet! Das Verfahren heißt Hydroponik. Es braucht eine Menge Wasser und vor allem Kunstdünger, der mit hohem Energieaufwand produziert werden muss. Die Pflanzen werden oft mit Pestiziden behandelt, um Schädlinge und Pilze fernzuhalten.

Weiterhin werden Fische in Zuchtanlagen gehalten, um sie nicht extra fangen zu müssen.  Zuchtfische gibt es im Süß- und auch im Salzwasser. Manche Fischzuchten nutzen Käfige, die in natürlichen oder angelegten Gewässern schwimmen, andere Fischzuchten nutzen Becken aus Kunststoff oder Beton. Die Fische werden unter idealen Bedingungen gehalten: sauberes, sauerstoffreiches Wasser, genau das richtige Futter und vor allem das perfekte Temperaturniveau. Das Verfahren heißt Aquakultur. Die Nachteile der Aquakultur bestehen darin, dass für die Stabilisierung der Wasserparameter eine Menge hoch belastetes Wasser entsorgt und durch frisches ersetzt werden muss. Die Fische benötigen Futter, das oft aus fragwürdigen Quellen stammt und zum Teil mit Antibiotika versetzt ist.

Die Kombination von Hydroponik und Aquakultur heißt Aquaponik. Das Grundprinzip ist einfach: Die Fische wollen gern nährstoffarmes Wasser, die Pflanzen gern nährstoffreiches. Die Fische reichern das Wasser mit Nährstoffen an, die Pflanzen zehren die Nährstoffe auf. Dadurch ist es möglich, einen Kreislauf zu initiieren, der beiden nutzt. Mikroorganismen, die den Nitratabbau gewährleisten bilden die dritte Säule des Systems. Gleichzeitig wird der Ressourceneinsatz minimiert. Weniger Inanspruchnahme von Wasser und Chemikalien. Viele Aquaponisten benötigen weder Pestizide noch Antibiotika. Durch gutes Einvernehmen von Pflanzen , Mikroorganismen und Fischen bildet sich ein Gesamtsystem heraus , das im Idealfall wirklich gesund ist.

Die Aquaponisten dieser Welt setzen sich aus den unterschiedlichsten Typen zusammen. Da gibt es Techies, die vor allem alles ganz genau steuern wollen. Es gibt die Rednecks, die einfach losklempnern und ein paar Fische mit reintun. Es gibt Ökos, die auf jeden Fall alles ganz sauber haben wollen. Es gibt Profis, die pro Tag 20.000 Köpfe Eisbergsalat auf den Markt bringen. Und es gibt die Prepper, die sich auf das Leben in den Ruinen unserer Zivilisation vorbereiten. Wo wir in dieser Gruppe stehen, wissen wir noch nicht. Ich denke wir werden es herausfinden.

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